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Jugendseminar in Duisburg

18.09.2015 22:00

So schön kann das Teeniedasein sein

Die Frage war bis zuletzt: Würden sich ausreichend Leute anmelden? Meine Altersgenossen scheinen ja wirklich scharf darauf zu sein, sich bei einem solchen Seminar anzumelden. Das ich teilnehmen würde, war ja von vornherein klar, da meine Mutter das Seminar mitorganisiert hatte. Und ich hatte wirklich große Lust mal nach Duisburg zu kommen, da dort ja auch eine langjährige Freundin von mir wohnt, welche ebenfalls am Seminar teilnehmen sollte. Außerdem - und dies ist wohl ein entscheidender Grund, liebe ich sowohl tanzen als auch klettern. Seit Ende meines Kurses für Fortgeschrittene kann ich nur noch selten tanzen. Schade.
Letztlich fanden sich doch ausreichend Teilnehmer. Das Alter reichte von 10 bis 15, wobei ich zu den Ältesten gehörte, wenn nicht sogar der Älteste blinde Teenie im Bunde war. Als erstes kamen wir an, aßen ein wenig zu Abend und dann ging es gleich mit Tanzen los. Zum Tanzkurs hatten sich von der Tanzschule des Lehrers noch drei sehende Mädels gesellt, um unsere Gruppe zu verstärken, allerdings waren alle außer Lisa und ich, was Paartänze anging, eher unerfahren, soweit ich weiß.
Dementsprechend war es für mich nicht so spannend, was im Tanzkurs selber gemacht wurde -Discofox und langsamer Walzer- sondern für mich war eher die Möglichkeit, mal wieder tanzen zu können wichtig. Den Abend verbrachte ich noch mit einigen Freunden, doch da es am nächsten Tag
schon recht früh weitergehen sollte, ging es auch entsprechend "früh" ins Bett. Am nächsten Tag folgte auf ein mäßig leckeres Frühstück die Vorstellungsrunde – hier stellten sich die beiden Jugendberater vor, welche uns durch den Tag begleiten sollten. Der Anfang war etwas steif und
verkrampft, hatte ich den Eindruck. Vielleicht waren wir noch zu müde, vielleicht waren wir noch nicht locker genug. Wer weiß. Aber prinzipiell war interessant, was lief: Wir stellten uns in einen Kreis auf, jemand war außerhalb des Kreises und wenn er oder sie jemandem im Kreis auf eine bestimmte Weise berührte, z.B. 3 mal auf die Schulter klopfte, wurde er in den Kreis aufgenommen. Hört sich erstmal albern an, dahinter steckt aber ein tieferer Sinn: Der Kreis steht für eine Gruppe aus Teenies, so wie man sie sie oft in einer Klasse antrifft. In diese Cliquen kommt man ja oft nur rein, wenn man den passenden Schlüssel - eben die passende Berührung - hat. Wir diskutierten, wie wir mit den Kreisen bei uns klarkommen, ob wir automatisch dazugehören, was wir tun mussten um dazu zugehören etc.
Nach dem Mittagessen wurde es schon wesentlich lockerer und lustiger, das lag vermutlich auch an unserer Mentalität. Es wurden Gegenstände aus einem Beutel gezogen und diskutiert - z.B. eine Rose (leider oder zum Glück aus Plastik), eine Sprühdose, welche wahlweise Deo, Parfüm, Trockenshampoo oder alles mögliche sonst symbolisieren konnte, eine Liebesbriefkarte... Darüber wurde dann diskutiert, man besprach, wofür das Objekt stehen könnte oder für uns steht.
Danach wurden Mädels und Jungs getrennt und mussten sich an die jeweils anderen Fragen überlegen. Sie wurden anonymisiert von den Jugendberatern gestellt und von der anderen Gruppe -
ebenfalls anonym - beantwortet. Es kamen vielleicht keine weltbewegenden Neuerungen bei raus, aber immerhin wurde man so sonst peinliche Fragen anonym los.
Am Abend stand erneut Tanzen an, und wir lernten sogar tatsächlich noch einen neuen Tanz - einen mittelamerikanischen Tanz, welcher in Reihe getanzt wurde.Dank meiner Partnerin konnte ich ihn
auch gut mitmachen und hatte jede Menge Spaß. Der Abend war insgesamt ziemlich gelungen.
Am nächsten Tag stand noch Kletterpark auf dem Programm, und das Wetter war uns wohlgesonnen - die Sonne schien. Überflüssig zu sagen, dass es ein voller Erfolg wurde, wenngleich ich in der nächsten Woche üblen Muskelkater in Armen und Brust hatte. Im Kletterpark
benutzt man halt häufig seine Arme...
Fazit:
Ein tolles Wochenende. Das Hotel hätte besser sein können, ebenso wie das Essen, aber es tat seinen Zweck und das ist das wichtigste. Tanzen, klettern und die Besprechungen mit den Jugendberatern haben Spaß gemacht und ich habe auch ein wenig gelernt. Jederzeitwieder!
Tim Böttcher

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