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Familienseminar 2016 in Oer-Erkenschwick

25.05.2016 00:00

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Wie fängt man solch einen Bericht an?
Am besten mit einem O-Ton, meiner Kinder während der Fahrt zum Familienwochenende:
„Wir freuen uns schon sehr aufs Familienwochenende und wünschen uns einen Balkon am Zimmer, eine Badewanne wäre auch schön aber es wäre auch nicht schlimm wenn nichts von dem da wäre, Hauptsache ( O-Ton Felix) er bekommt in der Betreuung eine junge und knackige Betreuerin „ Bei solchen Aussagen weiß man sofort woran man ist.

Naja, wir kamen nach nicht all zu langer Fahrt, was uns freute da wir morgens noch eine Fronleichnam Prozession mit den Kindern zu bewältigen hatten, am Salvdor Allende Haus in Oer-Erkenschwick an.
Der erste Eindruck über das toll gelegene Haus war sehr positiv. Es ist schon ein beeindruckendes Bild wenn man auf Angelina und Fred, über den zum Eingang führenden Weg, hinauf geht um dort vor dem Banner der BEBSK von selbigen aufs herzlichste begrüßt wird.

In gewohnter Weise wurde man in Windeseile über alle, für den Abend relevanten, sowie die wichtigsten allgemeinen Besonderheiten ins Bild gesetzt. Nebenbei wurden die Namensschilder sowie die Zimmerschlüssel an den Mann bzw. die Frau gebracht, dann nur noch in die Liste für die Mahlzeiten eintragen und schon ging es zur Besichtigung des Zimmers.

Dieses schon fast obligatorische Ritual nebst Abgabe der Familien- sowie Kinderbetreunungssteckbriefen haben schließlich 38 Familie durchlaufen.
Auf dem Weg zum Zimmer begegneten einem schon die ersten bekannten Gesichter mit zugehörigen Körpern versteht sich und es stellte sich so langsam das Gefühl ein welches man bekommt wenn man nach Hause kommt und denkt „ Endlich normale Menschen“.
Das Zimmer hatten wir dann schnell entdeckt und alle Besonderheiten rasch erfasst sowie die Inbesitznahme der Betten schnellstens geklärt als mir die ehrenvolle Aufgabe zu Teil wurde das Familiengepäck ins Zimmer zu verbringen, hier am Rande für Alle die zum ersten Mal mit kleinen Kindern dabei waren, „ Es wird mit den Jahren wirklich weniger Gepäck, bis dahin tragt es mit Würde und freut euch auf die Jahre die kommen“. Wenn ihr jetzt glaubt nach der kräfteraubenden Prozedur hätte Papa eine Pause verdient, nein, nun ging es zur Hausinspizierung mit Felix.

Also aus dem Zimmer raus und alle Flure abgehen, alle Türen erkunden, alle Räume erforschen und alle Treppen auf und ab und auf und ab und auf und abgehen, bis auch der letzte Winkel erkundet war. Auf dieser Tour sind uns auch Tom und Juan zum ersten Mal begegnet. Die beiden vorneweg Juan können einen sofort begeistern was eine Vorfreude auf das Klicksonar Training erzeugte.

Nachdem der architektonische Wissensdurst von Felix endlich gestillt war kamich dann endlich zu meiner wohlverdienten Tasse Kaffee die ich im Kreise von mittlerweile sehr zahlreichen bekannten Familienwochenendteilnehmern geniessen konnte.

Nach dem Abendbrot ging es zur Begrüßung in Raum A2. Nach dem wir alle nochmals über den Ablauf informiert und nochmals auf die Situation beim Essen hingewiesen wurden stellten sich alle 22 Kinderbetreuer vor was Felix mit den Worten kommentierte „ In meiner Gruppe ist ja gar keine knackige dabei“. Zur allgemeinen Kenntnisnahme „Der kommt nicht auf den Vater“.

Nach dem einige den Saal verlassen hatten und die meisten Kinder sich zur vermeintlichen Nachtruhe zurückgezogen hatten, folgte der Vortrag von Juan und Tom zur Thematik des Klicksonar. Juan vermittelte uns im Vortrag welche Möglichkeiten sich unseren Kindern eröffnen können wenn wir Ihnen die Chance geben diese Technik der Orientierung zu trainieren und nutzen zu können.
Wie es den Kinder gelingen kann ein eigenständiges mobiles Leben zu führen in dem Sie das was uns umgibt bewusst wahrnehmen und sich ihre eigenen Bilder im Kopf machen zu können um den alltäglichen Herausforderungen selbstbewusst begegnen zu können und diese auch meistern.

Im Vortrag wurde immer wieder klar, dass das Klicksonar eine zusätzliche Hilfe zum Langstock sein kann diesen aber nicht ersetzen wird. Darüber hinaus ist es sehr wichtig das wir Eltern es schaffen unsere Kinder auch los zu lassen, den wie Juan sagte wenn wir die Kinder an der Hand halten haben sie keine Notwendigkeit selbstständig die Umgebung zu erkunden.
Nach diesen Ausführungen waren wohl alle sehr gespannt auf die an den nächsten Tagen statt finden Gruppen- und Einzelstunden. In Vorfreude auf die beiden nächsten Tage ging es noch zu einem verdienten Bierchen in die Restauration um endlich müde ins Bett zu fallen.

Neuer Tag volles Programm. Nach dem die Kinder mehr oder weniger erfolgreich aus den Betten komplimentiert und zur morgendlichen Grundreinigung überredet waren, ging es zum ersten Frühstück (wir waren in der Spätgruppe). Hier zur Anmerkung, so schade es war, das wir nicht alle gleichzeitig die Mahlzeiten haben einnehmen können, haben sich doch viele über den verminderten Geräuschpegel beim Essen positiv geäußert ; ich denke das alles gleichzeitig einfach nicht machbar ist und alle aus der gegebenen Situation das Beste gemacht haben.

Also nach dem Frühstück ging es dann für unsere Kids in die Betreuungsgruppen. Da so viele Betreuer zur Verfügung standen, war eine feinere Differenzierung in den Altersgruppen möglich so, dass von Schmetterlingen über Ponys, Hunden,Giraffen, Löwen, Katzen bis zu den Krokos alle Kinder gut aufgehoben waren.

Hier schon einmal ein riesen Kompliment an alle Verantwortlichen für die Kinderbetreuung. Dieser Umstand machte es dann möglich das die Eltern sich den Hilfsmittelausstellern im Foyer widmen konnten um zu sehen und zu hören was es für unsere Kinder an Hilfsmitteln am Markt gibt und welche Verbesserungen und Neuerungen es im letzten Jahr gegeben hat. Parallel hierzu fand eine wie ich finde, da ich schon einige Male teilgenommen habe, sehr interessante und für den Erfahrungsaustausch bereichernde Gesprächsrunde mit Professor Brambring statt. Und wieder einmal ein Dank an den Vorstand der für alle in den Pausen Kaffee organisiert hat. Während die Teilnehmer an dieser Gesprächsrunde zusammen saßen, konnte man draußen eine ja illustere Polonaise beim Gruppentraining der Klicksonargruppe mit Juan und Tom beobachten. Die mit großer Hingabe die Kinder ums Haus führten und schon die ersten Tipps gaben. Da man nicht vom Vortrag alleine leben kann bracht der Mensch geregelte Mahlzeiten, daher ging es wieder in zwei Gruppen zum Mittagessen.

Nach dem Verzehr der dargebotenen Speisen und einer kurzen Verschnaufpause durften wir unsere Kinder wieder in die Obhut der Betreuer übergeben, übrigens hat Felix dann doch noch eine junge knackige Betreuerin gefunden. Für uns Eltern standen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, der Besuch der Hilfsmittelausstellung im Foyer, der Vortrag von Prof. Dr. Fietze von der Charité mit dem Thema Schlafstörungen oder der Vortrag zum Thema Sozialrecht für Eltern blinder und sehgeschädigter Kinder durch Andreas Herget von der Lebenshilfe Duisburg.

Wie mir berichtet wurde war die erste Reaktion von Prof. Dr. Fietze als er die versammelten Eltern sah,“ Oh so viele blinde oder sehgeschädigte Kinder haben Probleme, ich glaube wir müssen unsere Forschungsarbeit in diese Richtung ausweiten“. Im Zuge seines Vortrages ging Prof. Dr. Fietze auf fast alle Aspekte von Schlafstörungen und deren Ursachen ein, ein Schwerpunkt seines Vortrages waren Schlafstörungen bei blinden, insbesondere neue Forschungsergebnisse bei Non 24.

Währenddessen erläuterte uns Herr Herget das Blindengeld und seine Beantragung, Sozialrecht im Überblick, Pflegeleistungen im Überblick sowie die Prüf- und Bewilligungsverfahren Pflegeleistungen und noch viele interessante Gesetze bezüglich der Dinge die beantragt werden können.
In der Pause, in der sich beide Gruppen beim obligatorischen Kaffee trafen, gab es einen regen Austausch untereinander.
Nicht zu vergessen ist, das Tom und Juan in dieser Zeit sich mitten in den Einzeltrainings befanden, so das man immer wieder einen von beiden mit einem Kind beim Klicksonartraining sehen konnte.
Außerdem hat Prof. Brambring wiedereinmal Einzelgespräche angeboten die soweit ich weiß auch wieder sehr stark genutzt wurden.
Als wir dann aus den Vorträgen mit sehr viel Input entlassen wurden ging es für alle zum Abendessen an das sich noch das Cafe International mit seinen diversen Themen anschloss. Auch dieses wurde rege besucht um den Austausch untereinander zu pflegen.

Ein besonderes Highlight fand noch für die Teenies statt, Sie durften in die Tanzschule. Vom Ergebnis und dem Spaß den die Jugendlichen dort hatten konnte man sich später bei der Kinderdisco überzeugen, wer das nicht live miterlebt hat, der hat wirklich etwas verpasst. So fand der Tag bei rotem Wein, kühlem Pils oder erfrischenden Limonaden seinen Ausklang.

Wie nicht anders zu erwarten wurde das allmorgentliche Weckritual am Tag 2 nochmals in die Länge gezogen so, dass sich die Frühstückszeit entsprechend verkürzte. Danach dürften wir unsere gut gelaunten Kinder wieder gut ausgeschlafenen Betreuern übergeben, die wie tags zuvor mit den Kindern die tollsten Spiele machten, beim Specksteinsägefeilschleifbearbeitungspolieren und allen erdenklichen Bewegungsspielen aktiv waren.

Leider habe ich bei den Ausführungenvon Denis Moor nicht persönlich dabei sein können, wie mir zugetragen wurde, hatten die Kinder sehr viel Spaß bei allen Übungen mit Denis Moor.
Da der Referent Prof. Laemers krankheitsbedingt seinen Vortrag absagen musste, ergab sich für die meisten die Gelegenheit die Umgebung zu erkunden, das nahegelegene Schwimmbad zu besuchen oder zum Shoppen loszuziehen oder mit anderen Familien ins Gespräch zu kommen. So schade die Absage von Prof. Laemers war, entwickelte sich doch eine entspannte fast schon familiäre Atmosphäre.

Während dessen waren Juan und Tom weiter aktiv mit den Kindern unterwegs.
Ich hatte das Glück bei solch einem Einzeltraining zu Beginn dabei zu sein und voller Bewunderung festzustellen das vor allem Juan sehr individuell auf jedes Kind einging. Als Felix an der Reihe war um am Einzeltraining Teil zu nehmen und ich Ihn aus der Betreuung abgeholt hatte ging es ins Foyer wo Juan schon wartete. Nach dem sich Juan vorgestellt hatte und Felix seine nicht all zu große Lust aufs Einzeltraining geäußert hatte verbrachten die beiden die ersten Minuten des Trainings auf dem Fußboden sitzen im Foyer bevor Juan Felix dazu bringen konnte ihm seinen Betreuungsraum zu zeigen. Danach war das Eis gebrochen und die beiden erkundeten gemeinsam das Haus und die umliegenden Grünanlagen, nochmals ein großes Danke an Tom undJuan.

So verging, ehe man sich versah, der Vormittag und es stand eine weitere „Fütterung der Raubtiere“ an, die nahtlos in die Jahreshauptversammlung überging. In traumwandlerischer Leichtigkeit führten Angelina und Fred die Mitglieder durch selbige. Den Inhalt der Hauptversammlung hier wiederzugeben würde zu weit führen und allen die Vorfreude aufs Protokoll rauben. Aus meiner Sicht wäre lediglich erwähnenswert das ich mich zukünftig Regionalvertreter nennen darf, für das mir dadurch ausgesprochene Vertrauen möchte mich nochmals bedanken. Nach der kurzweiligen Versammlung ging es für viele flux zum „Flohmarkt“ bei dem es wieder einmal nicht nur tolle
Spiele, Bücher und alle erdenklichen Hilfsmittel zu erwerben gab, nein hier gibt es auch immer wieder tolle Tipps wie man alltägliche Dinge und Spiele für unsere Kinder adaptieren kann.

In freudiger Erwartung auf das Abendessen das an diesem Tag vom Grill kam, ging ein jeder seiner Beschäftigung nach.
Um sich dann schließlich die kulinarischen Leckerbissen auf der Zunge zergehen zu lassen. Hier erwies es sich als sehr geschickt die vegetarischen Leckereien separat zuzubereiten, wofür Michael und ich auserkoren wurden und sich Hannes und seine Getreuen um das traditionelle Grillgut kümmerten. In weiser Voraussicht hat sich hier Rudi um den Aufbau des Salatbuffets und die für solch eine Mahlzeit unverzichtbare Bereitstellung von Tellern, Servierten, zuckerhaltigen Tomatensoßen und Besteck gekümmert so das ein reibungsloser Ablauf gewährleistet war. Darüber hinaus hat er es sich nicht nehmen lassen uns, die wir an den Grills standen, mit gar köstlichem Hopfen - Malztee zu versorgen, hierfür nochmals vielen Dank. Es war ein buntes Bild was sich dem Beobachter bot, mit allen den Menschen die in kleinen und großen Gruppen an Tischen oder auf Decken sitzend das Essen genossen und miteinander sprachen. Auch auf die Gefahr hin das ich wiederhole : „ Es war wie eine große Familie“.

Mit dem Cafe International und anderen unterschiedlich großen Gesprächsrunden fand der letzte Abend unseres Familienwochenendes einen gemütlichen Abschluss. Der Abreisetag gestaltete sich für die meisten unspektakulär, irgendwo zwischen Frühstück, packen, Betten abziehen, Auto beladen, Kontaktdaten austauschen und sich voneinander verabschieden.

Auch für uns ging es irgendwann nach Hause und hier schließt sich der Kreis mit einem O-Ton „Papa wo fahren wir denn nächstes Jahr hin? und warum dauert das jetzt wieder so lange?“

Ich hoffe ich habe nichts wichtiges vergessen, oder wie Lena das in in ihrem Bericht, den ich in verkürzter Form wiedergebe, schrieb : „Das Wochenende war schön, der Ort gut ausgewählt, das Programm abwechslungsreich, das Klicksonartraining hat Spaß gemacht, Tom und Juan waren nett, die Hüpfburg war toll, das Speckstein bearbeiten ( oder sagt man Specksteinen ) ein Highlight, das Essen war gut und die Zimmer schön“.

geschrieben von Harald Weiß

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