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Sportliche Aktivitäten

Alle Kinder haben das Verlangen sich zu bewegen, zu rennen, zu toben und sich mit anderen Kindern zu messen. Blinde und sehbehinderte Kinder sind in dieser Beziehung oft etwas zurückhaltend, da sie Gefahren und Situationen nicht sehen und einschätzen können oder auch ganz einfach den Ball beim Fußballspielen nicht sehen. Trotzdem ist wichtig, dass sie sich viel bewegen, um ihren Körper kennenzulernen und körperlich ausgelastet zu sein.

Es gibt einige Sportarten die sich besonders für blinde Kinder eignen und zum Teil auch sehr gut integrativ mit sehenden Kindern durchgeführt werden können.

Aber auch andere Sportarten können für betroffene Kinder interessant sein. Es gibt oft Wege, diese auszuüben. Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Sportverein nach, ob ein Training in der betroffenen Sportart möglich wäre.

Desweiteren informiert der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband über die verschiedensten Möglichkeiten, Sport treiben: Tandem Fahren, Gymnastik, Schwimmen, Fußball, Tennis und mehr:
www.sport.dbsv.org

Schwimmen

Wasser bietet ein effektives Umfeld für Menschen mit Sehbehinderungen. Im Schwimmbecken kann ein blindes Kind durch den Einsatz von Bezugspunkten (z. B. Wasserstand, Wand, Fläche und Leiter) die Form seines Körpers und des Raumes erlernen. Für die Arbeit mit Menschen mit Sehbehinderungen in einem Becken braucht man die allgemeinen Grundsätze und Strategien nur ein wenig anzupassen.

Menschen mit einem sehr geringen Sehvermögen, oder Kinder, die nur Licht erkennen, sollen ermutigt werden ihr visuelles Potential effizient auszunutzen, obwohl das vielleicht im ersten Moment sinnlos erscheint. Durch benützen der Restsehfähigkeit können bei der Erkennung von Bezugspunkten im und rund um das Schwimmbecken außergewöhnliche Ergebnisse erzielt werden. Diese geben den Betroffenen ein großes Gefühl der Selbständigkeit und stärken deren Selbstbewusstsein. Diese Bezugspunkte können Reflexion des Wassers im Becken, Fenster, Lampen oder andere Lichtquellen sein. Darüber hinaus spielensehr starke visuelle Kontraste von bunten Gegenständen, Geräten usw. eine große Rolle.

Auditive Stimulans ist für alle Personen mit Sehbehinderungen (Blinde und Sehbehinderte) für die reibungslose Ausübung der täglichen Aktivitäten von großer Bedeutung. Diese Wahrnehmung sollte man bei der Arbeit im Schwimmbecken maximal ausnutzen. Das Becken zu suchen und zu finden ist mit der Unterstützung der auditiven Wahrnehmung sehr einfach, da das Wasser-Filtersystem (vor allem in den Überlaufbecken, wo man den Beckenrand sehr einfach festlegen kann) als deutliches Zeichen dient. Das erleichtert den Menschen mit Sehbehinderung die Bewegung um und im Becken, solange sie den Kopf über Wasser halten. Zur Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der Richtung im Wasser und als Zeichen für den Beckenrand können beliebige Tonquellen verwendet werden. Diese sollten  konstant und klar zu hören sein, wenn der Schwimmer den Kopf über Wasser hält.

Erfahrungsgemäß können wir feststellen, dass die Mehrheit der blinden und sehbehinderten Menschen alle vier Schwimmtechniken lernen kann. Dennoch eignet sich für sie der freie Stil am besten - eine Hand ist dabei immer vor dem Kopf, was dem Schwimmer ein Gefühl von Sicherheit und Schutz gibt. Diese Methode kann auch beim Rückenschwimmen verwendet werden. Es ist aber sehr wichtig, dass sich die Person mit einer Sehbehinderung zuerst an das Wasser und an die neue Umgebung gewöhnt. Die Wahrnehmung ist dabei von allergrößter Bedeutung - die auditive Wahrnehmung ist beim Rückenschwimmen durch die Position des Kopfes und der Ohren sehr erschwert. Brustschwimmen und Schmetterling sind die Methoden, die Blinde und Sehbehinderte ebenso gut beherrschen, wie Menschen die sehen können. Aufgrund der besonderen Lage (abwechselndes Anziehen und Aausstrecken der Arme) ist der Kopf zum Teil ungeschützt, was im Falle eines Aufpralls an der Wand oder am Rand des Becken zu Verletzungen am Kopf und im Gesicht führen kann.

Artikel von Azur Kuduzović auf der Homepage von www.eswimming.eu

Auf dieser Seite finden Sie viele weitere Hinweise für blinde Schwimmer, Eltern und Trainer.

Judo

Judo ist generell eine gut geeignete Sportart für Kinder, da sie gleichzeitig Kraft, Kondition, Beweglichkeit und Koordination schult. Außerdem wird in der körperlichen Auseinandersetzung mit dem Partner Durchsetzungsvermögen, Verantwortung und Fairness geübt. Dies trägt zur Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein bei den Kindern bei.

Auch blinde und sehbehinderte Kinder können im Training gut mithalten, zumal viel im engen Körperkontakt mit dem Partner trainiert wird. Bei Wettkämpfen gibt es allerdings die Schwierigkeit, dass Judokämpfer sich vor dem Wettkampf nicht berühren dürfen (dies ist beim Wettkampf zwischen Blinden/Sehbehinderten, z. B. bei den Paralympics, anders geregelt (vgl. paralympics2012.r4h.de/sportarten/judo/). Das macht es für nichtsehende Judoka schwierig, Angriffe effektiv abzuwehren. Daher ist die Sportart nicht zu hundert Prozent „inklusiv“, es sei denn, man findet einen Verein, der die Auslegung dieser Regel großzügig handhabt.

www.bsbh.org/unsere-angebote/freizeit/judo

Reiten

Beim heilpädagogischen Reiten oder Voltigieren lernen Kinder im Sattel die Bildung einer Harmonie mit dem Pferd. Die Kinder werden sensorisch, motorisch, sozial, emotional und kognitiv gefördert. Sie gewinnen an Persönlichkeit und Selbstvertrauen und verlieren die Angst vor Tieren. Körperhaltung und Ausdauer werden trainiert.

Beim Voltigieren (das können Kinder bereits im Alter von ca. 4 Jahren beginnen) werden gymnastische Übungen und Geschicklichkeitsspiele (z. B. das Balancieren eines Dinkelsäckchen auf dem Kopf) auf dem Pferd gemacht. Die Übungen werden vom Trainer angesagt und können mühelos auch von blinden Kindern ausgeführt werden. Das Pferd wird dabei vom Trainer an der Longe im Kreis geführt.

Im Alter von ca. 7 Jahren können die Kinder dann lernen, richtig im Sattel zu reiten. Dies wird zunächst auch an der Longe gemacht. Es ist ein tolles Gefühl für ein blindes Kind auf einem galoppierenden Pferd zu sitzen. Auch ein geführter Ausritt durch die Natur macht unseren Kindern viel Freude. Bei der Pferdepflege können auch blinde Kinder helfen. Das Fühlen des Pferdes beim Striegeln oder das Füttern des Pferdes mit einem Leckerli aus der flachen Hand, ist auch eine schöne Erfahrung für die Kinder. Außerdem gibt es im Stall viele interessante Gerüche.

Skifahren

Skifahren für blinde und sehbehinderte Kinder ist gut für deren Selbstvertrauen und stärkt Kondition und Ausdauer. Sowohl beim Abfahrtslauf als auch beim Skilanglauf ist jedoch ein sehender Begleitläufer notwendig.

Abfahrtslauf wird z.B. vom Aura-Hotel in Saulgrub durch eine Skischule im Nachbarort Bad Kohlgrub angeboten.

Abfahrtslauf und Skilanglauf werden in Baden-Württemberg vom Württembergischen Rehasportverband für Kinder angeboten. Die Langlaufkurse für Kinder sind kostenlos und finden an 3-4 Wochenenden von Dezember bis März statt.

Der TSV Kareth-Lappersdorf hat in seiner Skiabteilung eine Blindenskigruppe. Von dieser werden regelmäßig Blindenskibegleiterausbildungen angeboten. Auf der Homepage gibt es dazu noch interessantes über die Möglichkeiten des Blindenskisports.

(Die Webseite des TSV Kareth-Lappersdorf wird zur Zeit überarbeitet!)

Fahrradfahren

Blinde Kinder fahren oft auch alleine Fahrrad. Wenn es aber um größere Strecken geht, dann ist wohl doch das Tandem die erste Wahl. Ein sehr gutes Tandem ist z. B. das Pino von Hase. Dort sitzt der Erwachsene hinter dem Kind und hat ständig Kontakt zu ihm.

Eine weiter Möglichkeit ist das Tangaroo Familientandem. Dabei wird ein extra Sitz am Lenker befestigt und das Kind kann über eine extra Kurbel das Forderrad antreiben.

Mehr Informationen unter www.tangaroo.de.

Blindenfußball

Können blinde Menschen Fußball spielen? Wie finden sie den Ball und wie das Tor? Wo kann man sich ein Spiel anschauen?

Infos über Blindenfußball gibt es auf der Homepage des DBSV

www.dbsv.org/infothek/sport/fussball

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