Mitgliedswochenende unseres Vereins 2004
vom 10.06. bis 13.06.2004 Im „Aura-Hotel“ Osterode am Harz
Vom 10.06. bis 13.06. dieses Jahres fand wieder unser schon traditionelles
Mitgliederwochenende statt. Veranstaltungsort war- erstmals in der Geschichte
des BEBSK- eines der Begegnungszentren des deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes,
nämlich das Aura-Hotel in Osterode am Harz. Das Treffen begann am Nachmittag
des Donnerstag, 10.06. mit dem ebenfalls schon traditionellen Kennenlern-Kaffeetrinken,
während welchem auch und gerade die neu hinzugekommenen Mitglieder und
deren Familien Gelegenheit hatten, sich gegenseitig und natürlich auch
den „Altgedienten“ vorzustellen.

Von
Anfang an hatten wir das Gefühl, uns in einem Haus aufzuhalten, dessen
gesamtes Personal sich auf die- im Gegensatz zur dort sonst üblichen Klientel-
mit einiger Sicherheit ungewohnten Gäste, also auf mehrere Familien mit
Kindern, hervorragend vorbereitet hatte. So gab es zum Beispiel während
der Mittagessen eine spezielle, wunderschön fantasievoll gestaltete Speisekarte
extra für Kinder.
Aber auch in Bezug auf die Koordination der vom Haus organisierten Kinderbetreuung, außerhalb der bewegungspädagogischen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, gebührt Frau Pfeiffer und ihrem Gästebetreuungsteam vom Aura-Hotel Osterode unsere aufrichtige Anerkennung.

Der verbleibende Nachmittag dieses ersten Tages stand zur freien Verfügung und ganz im Zeichen eines zwanglosen Beisammenseins. Am Abend nach dem Essen gab uns Frau Gisela Werger einen Einblick in ihre bisherige bewegungspädagogische Arbeit mit blinden und sehbehinderten Kindern und Jugendlichen sowie einen Ausblick darauf, was sie während der kommenden drei Tage mit unseren Kindern zu unternehmen gedachte.

Der
Freitag Vormittag gestaltete sich für die Eltern informativ, ein kompetent
wirkender Mitarbeiter einer in Goslar ansässigen Anwaltskanzlei präsentierte
uns in einem gut zweistündigen Referat mit anschließender Möglichkeit der
Erörterung einiger teilnehmerseitig interessanter Aspekte das zweifellos
schwierige Erbrecht in Bezug auf dessen denkbare Auslegungen im Falle schwer
behinderter Erben.
Die Kinder waren in Gruppen aufgeteilt worden und hatten die Möglichkeit,
zum einen an Bewegungsspielen teilzunehmen, welche von Frau Werger vorbereitet
worden waren und auch von ihr angeleitet wurden. Am Abend dieses Freitags
dann hatten auch wir Eltern unsere „Tänzchen“ mit Frau Werger, jedenfalls
aus meiner Sicht beeindruckende Erfahrungen im Sinne eines besseren Verständnisses
sehender Eltern gegenüber ihren nicht sehenden Kindern und umgekehrt.

Am Nachmittag konnten wir Herrn Tidemann und seine Kollegin vom Hilfsmittelhersteller Synfon begrüßen. Die Beiden zeigten den Anwesenden diverse, meist elektronische Alltags-hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte. Auch mit den Workshops mit Frau Werger und der Kinderbetreuung ging es an diesem Tag weiter, am Abend dann wieder für die Eltern ebenfalls viel Bewegung und spaß, für die etwas älteren Kids eine Nachtwanderung.
Der Sonntagvormittag brachte uns Gelegenheit, einige, von Teilnehmern
mitgebrachte und teilweise selbst adaptierte Brett- und Geschicklichkeitsspiele
anzusehen. Nach dem Mittagessen dann beendete eine von Frau Werger und
den Kindern arrangierte Abschlussveranstaltung unser diesjähriges Mitgliederwochenende.
Und da war dann noch die Geschichte mit dem „Spruch des Wochenendes“, erdacht und verkündet von Barbara Mehringskötter während eines morgendlichen „Frühstücksdisputs“ zwischen Mutter und Tochter: „Ich bin nicht bockig, ich bin ein Mensch!“ Sind solche umwerfend einfachen, klaren Worte nicht überhaupt „das“ Motto eines wunderschönen gemeinsamen Wochenendes?
Frankfurt,
01.09.2004
Martin Kirchner
